Der optimale Boden für Europas Leichtathleten

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Im Juli diesen Jahres war das ehrwürdige Olympiastadion Amsterdam Schauplatz der 23. Leichtathletik-Europameisterschaften. Mit der Vergabe an Amsterdam wurden die Wettkämpfe erstmals in den Niederlanden ausgetragen. An den Start gingen 1.469 Athleten aus 49 Ländern. Da das internationale Sportfest zeitlich unmittelbar vor den Olympischen Sommerspielen in Rio lag, wurde das Programm von den üblichen 47 auf nur 44 Disziplinen reduziert.

Um allen Leichtathleten den optimalen Boden für sportliche Höchstleistung zu bereiten, erhielt die Rundlaufbahn bereits ein Jahr zuvor einen neuen Kunststoffbelag. Der rote Belag ist 17 mm dick und entspricht den Anforderungen des Weltleichtathletikverbands IAAF – damit können internationale Wettbewerbe mit offiziell anerkannten Bestzeiten und Rekorden darauf stattfinden. Eingebaut wurde der wasserundurchlässige und langlebige Massivkunststoffbelag im sogenannten In-Situ-Einbauverfahren direkt vor Ort. Der massive Aufbau macht den Boden nicht nur äußerst langlebig, sondern steigert die Trittelastizität des Sportlers und damit seine Beschleunigung enorm. Die Bahn ist deutlich schneller als herkömmliche Kunststoffbeläge mit mehrschichtigem Aufbau. Darüber hinaus eignet sich der Sportboden durch die eingestreuten EPDM-Granulate in der Nutzschicht sehr gut für Sportschuhe mit Spikes.

Erbaut wurde das heute unter Denkmalschutz stehende Stadion anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1928. Die Stadionarchitektur des niederländischen Architekten Jan zählt baugeschichtlich zur „Amsterdamer Schule“ – dem berühmten niederländischen Baustil der klassischen Moderne, der auch als Backsteinexpressionismus bezeichnet wird. Nach außen besitzt die Wettkampfarena eine geschlossene Backsteinfassade, die trotz ihrer großen Fläche weder dunkel noch schwer wirkt. Das liegt an der abwechslungsreichen Gliederung der Gebäudehülle – ein charakteristisches Merkmal des Baustils. Als Kontrast zur Fassade tritt im Stadioninneren in Anlehnung an die damals populäre Architektur von Frank Lloyd Wright optisch nur der sachliche Stahlbetonskelettbau in Erscheinung. Ein schlanker Turm, auf dem die olympische Flamme das erste Mal entzündet wurde, markiert den Haupteingang und ist heute wie früher Wahrzeichen der Anlage. Der erste Fackellauf fand anlässlich der Olympischen Spiele 1936 in Berlin statt.

In den Jahrzehnten nach den Olympischen Spielen wurde das Stadion intensiv genutzt – so war es beispielsweise lange Heimspielstätte des bekannten Fußballklubs Ajax Amsterdam. In den 1990er Jahren verfiel es jedoch zusehends, bis man es ab 1996 mit aufwändigen Renovierungen revitalisierte. Hierbei wurde das Stadion weitestgehend in seinen Originalzustand zurückversetzt, inklusive des Rückbaus einer Tribünenerweiterung von 1937. Heute finden zahlreiche Sport- und Kulturveranstaltungen darin statt und der Amsterdamer Leichtathletikverein „Phanos“ hat dort sein Zuhause. Eine Besonderheit der Anlage ist, dass die Wassergräben der Hürdenläufer außerhalb der Rundlaufbahn liegen. Dadurch können mehr Wettkämpfe als üblich zeitgleich ausgetragen werden. 

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